Gösser Bräu Spittal

Geschichte des Gösserbräu Spittal

Auf der Villacherstraße bewegten sich seit jeher Kelten, Römer, Kriegsscharen, Händler, Kaufherren und Handwerksburschen von Norden nach Süden und umgekehrt. Die Stauungen an der Maut und an der früher schindelgedeckten Holzbrücke über die Lieser machten ein Wirtshaus rentabel! Es entstand der 'Lackenwirt' (Namensgebung aufgrund der großen Lacke auf der anderen Straßenseite).

Auf diesem frequentierten Platz hat schon 1582 eine Brauerei bestanden. Der Boden um das heutige Gösserbräu ist über 4 Jahrhunderte biergetränkt und daher als traditionsreicher Standort zu bezeichnen.

1673 schreibt man, dass der Weinhandel über den Tauern verdrängt wurde und die Mauteinnahmen abgenommen haben. Die Leute haben sich das Weintrinken ziemlich abgewöhnt und trinken jetzt lieber Bier!

Spittal hatte 3 Brauereien, von denen die beim „Lackenwirt“ (bis 1967 Gösser-Niederlage) die älteste und am längsten bestandene ist.

1797 zerstörte ein Feuer fast die gesamte Stadt und auch der 'Lackenwirt' wurde schwer beschädigt.

1830 kaufte ein Gerber Nik. Gietl aus Oberdrauburg den 'Lackenwirt'.

1867 verkaufte sein Sohn, Josef Gietl an Josef Viktor Sorgo, Besitzer des Schlosses Rothenthurn.

1877 übernahm Josef Sorgo (gest.1916) die Brauerei und den 'Lackenwirt'.

1985 baute Josef Sorgo eine neue Sudpfanne, eine neue Malztenne und stellt die Steinbierbrauerei um. Kaufte böhmische Gerste auf, und stellte Brauführer, Brauburschen und einen Knecht als Bierführer an und lieferte, auf Anhieb jährlich 6ooo hl Bier aus! Das 'Steinbier' vom Sorgo war besonders 'süffig'. Mit der Montage der neuen Sudpfanne wurde das industrielle Dampf- oder Kesselbier erzeugt.

Im restlichen Kärnten kamen die kleinen Brauereien nicht mehr mit und stellten den Sud ein. Bestehen blieben Sorgendorf, Kern, Schleppe, Silberegg.

1927 wurde der Josef Sorgo Besitz von Josef Huber und von der Gösser Brauerei angekauft.

'Sorgo Bräu' mit dem schattigen Gastgarten, dem Garten-Salon und der Braustube, jahrzehnte bekannt als Gasthaus Sagmeister war 80 Jahre Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens von Spittal. Es fanden dort sämtliche Feste bis zur Errichtung des Feuerwehrhauses statt. Die Stadtmusik hatte dort ihr Heim und Probelokal bis 1969. Akademiker veranstalteten dort ihre Monatsabende. Die Eisschützen hatten im Winter dort ihre Bahn. Über die im Jahre 1969 abgerissene ehemalige Kegelbahn rollte ein Jahrhundert lang die Kugel. Das Bierdepot übersiedelte auf das Bahnhofsgelände, wo eine Niederlassung gebaut wurde.

In darauf folgenden Jahren fallen die letzten Reste der 400 Jahre alten Lackwirt-Sorgo-Huber-Brauerei in Spittal.

Seit 1.11.2009 ist die Familie Riedl Pächter des Anwesens mit dem schönsten Gastgarten Oberkärntens mit 300 Sitzplätze im Haus und 300 Sitzplätze im Gastgarten.

Im Sommer 2010 wurden der großes Saal jetzt der Bürgersaal und das Stüberl jetzt das neue Gösser-Brau-Stüberl komplett umgebaut und moderniesiert.

Jetzt bietet allein der Bürgerssaal Platz für 180 Personen.